06.02.2012

Sehenswürdigkeiten

Spannende Touren
Es lohnt sich im Westerwald, überall die Augen offen zu halten. Unvermittelt stößt der Wanderer am Wegesrand auf ein liebevoll restauriertes Wegkreuz; in kleinen Ortschaften entdeckt er vielleicht noch ein „Backes“, ein niedriges Backsteingebäude, in dem früher Brot gebacken wurde. Aber der Westerwald bietet – manchmal etwas versteckt – auch eine Menge über die Region hinaus bekannte Sehenswürdigkeiten. Die 300 Jahre alte Ölmühle in Oberdreis bei Puderbach ist ein solcher Fall. Das alte Gebäude aus Eichenfachwerk, die Keilpresse, der Kollergang und der Königsstuhl sind noch originalgetreu erhalten und können sogar vorgeführt werden. Genauso wie hier kümmern sich auch auf der nahe gelegenen Burg Reichenstein rührige Menschen um den Erhalt kostbarer Schätze für die Nachwelt. Die Burg aus dem 14. Jahrhundert war lange Zeit verfallen, bis neuerdings ein Förderverein Führungen und Aktionen bietet. Kinder können hier auf Abenteuersuche gehen und bergen sogar manche interessanten Funde aus alter Zeit. Etwas weiter östlich, bei Hartenfels, erinnert die „Schmanddippe“ an alte Zeiten. Mit diesem Westerwälder Ausdruck für „Rahmtopf“ bezeichnen die hiesigen Bewohner einen hohen Turm, von dem aus im Mittelalter die alte Handelsstraße von Köln nach Frankfurt bewacht wurde.

Klöster und Kirchen
Im Westerwald befinden sich natürlich auch bedeutende Klöster und Kirchen, die auch ein Beleg für die tiefe Frömmigkeit der Westerwälder Bevölkerung sind. Das Kloster Marienstatt gehört zum Beispiel dazu, das im 11. Jahrhundert gegründet wurde und seitdem eine sehr wechselvolle Geschichte erlebte. Es liegt sehr idyllisch mitten in einem großen Waldgebiet. Auch das nicht weit entfernte Kloster Marienthal ist einen Besuch wert. Das frühere Franziskanerkloster ist heute ein beliebter Ort für Tagungen und Seminare. Es hat sogar einen eigenen Haltepunkt an der Bahnlinie von Au(Sieg) nach Altenkirchen. Barocker Baukunst begegnen Sie in der Stadtpfarrkirche in Hadamar. Und in dem Ort findet sich gleich noch ein Kunstdenkmal nationalen Ranges: Die spätgotische Liebfrauenkirche ist ein echtes Kleinod aus dem 14. bis 15. Jahrhundert.

 



Imposante Bauten
Auch wenn es viele nicht glauben: Der Westerwald hat auch richtig Imposantes zu bieten. Dies hat aber nichts mit Großmannssucht oder Protzerei zu tun, sondern eher mit lokalen Gegebenheiten und Notwendigkeiten. Die beeindruckende Eisenbahnbrücke in Westerburg gehört zum Beispiel dazu. Aufgrund der vielgestaltigen Topografie im Westerwald sind häufiger aufwendige Verkehrsbauten notwendig. Die Westerburger Brücke ist eine sehenswerte Stahlkonstruktion aus dem Jahr 1907 und überspannt in 31 Metern Höhe das Tal. Ein anderes markantes Bauwerk liegt direkt an der Autobahn A 45. Hier ist vielleicht im Vorbeifahren schon manchem ein hoher grüner Turm aufgefallen. Es ist der Förderturm der ehemaligen Grube Georg, wo bis 1965 Eisenerz abgebaut wurde. Damit endete übrigens eine insgesamt 2.500 Jahre währende Tradition des Erzabbaus im Westerwald.
Gar nicht so zu erwarten ist auch, dass der Westerwald auch über etliche sehenswerte Schlösser verfügt. Einige sind ausgesprochen imposant wirkende Bauwerke wie etwa das Westerburger Schloss, andere beeindrucken den Besucher durch eine besonders idyllische Lage wie zum Beispiel das Wasserschloss in Gottorf.