Kunst und Kultur
Kennen Sie den Erkennungsgruß der Westerwälder (kurz „Wäller)? Er heißt kurz und knapp: „Hui! Wäller? – Allemol!“ Ein Westerwälder Bauer und Heimatdichter namens Adolf Weiß erfand ihn Anfang des 20. Jahrhunderts im Rahmen eines Preisausschreibens. Das „Hui“ soll auf den kräftigen Wind hinweisen, der des Öfteren über die Höhen des Westerwaldes weht. Der prägnante Spruch ist bezeichnend für den als etwas wortkarg geltenden Westerwälder Menschenschlag, der sich nicht mit langen Floskeln aufhält.
Der Westerwald früher
Wer einmal sehen möchte, wie die Menschen früher lebten und arbeiteten, sollte das Landschaftsmuseum in Hachenburg nicht verpassen. Sogar eine alte Schule ist hier originalgetreu nachgebaut, in der ab und zu auch richtiger Unterricht wie anno dazumal stattfindet. Übrigens hat der Ort Hachenburg auch eine sehr schöne und idyllische Altstadt zu bieten. Ein Besuch lohnt also doppelt. Viele kleinere Orte bieten darüber hinaus Heimatmuseen, in denen es immer einiges aus früherer Zeit zu bewundern gibt.
Eine Westerwälder Spezialität ist das Tonbergbaumuseum in Siershahn. Es dokumentiert den Westerwälder Tonabbau, der einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor im Vorderen Westerwald darstellt.
In den „Tonorten“ wie Mogendorf oder Wirges können auch Sie einmal in kleine Töpfereien hineinschnuppern und vielleicht das eine oder andere gute Stück aus Ton erwerben.
Geschichte hautnah erleben
Und dann ist da noch der Limes, jener römische Grenzwall, der mittlerweile als Weltkulturerbe anerkannt ist. Der Anfang dieses 550 Kilometer langen Schutzwalles zieht sich genau durch den Westerwald. In einigen Abschnitten, wie zum Beispiel oberhalb von Neuwied, ist er bemerkenswert gut erhalten: Man kann den vor 2000 Jahren ausgehobenen Erdwall noch heute hervorragend im Gelände verfolgen.
