Westerwald
Der Westerwald ist ein waldreiches Mittelgebirge im Zentrum Deutschlands. Beteiligte Bundesländer sind Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Der höchste Berg ist die Fuchskaute mit 657 Metern über dem Meeresspiegel. Auch wenn überwiegend Höhen zwischen 300 und 500 Metern vorherrschen, so hat der Westerwald doch das für Mittelgebirge typische Reizklima. Im Sommer ist es durchwegs erfrischend kühler als etwa im benachbarten Rheintal. Meist weht ein leichter bis frischer Wind. Viele Bewohner der benachbarten Ballungsgebiete, beispielsweise Köln, Bonn oder Frankfurt am Main, haben den Westerwald als schnell erreichbare Sommerfrische entdeckt und verbringen hier ihre Wochenenden oder Ferien.
Städte und Dörfer
Der Westerwald hat insgesamt drei Kreisstädte: Altenkirchen hatte vom Mittelalter bis zur Neuzeit einige schwere Brände zu erleiden und wurde im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört. Ein Neuaufbau war notwendig und deshalb ist es heute eine modern wirkende Stadt mit zahlreichen Neubauten. Die Kreisstadt Montabaur dagegen besitzt noch eine wunderschön erhaltene Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern aus dem Mittelalter. Auch Reste der Stadtmauer einschließlich des sogenannten Wolfsturms sind noch erhalten. Eindrucksvoll ist vor allem die große spätgotische Pfarrkirche von Montabaur. Die Kreisstadt Neuwied schließlich ist mit 65.000 Einwohnern die größte Stadt im Bereich des Westerwalds. Sie liegt am Rand, direkt am Rhein und wurde erst 1653 gegründet. Am markantesten hier ist der 7,5 Kilometer lange Hochwasserdeich. Ein derartiger Deich ist sonst im gesamten Rheintal nicht zu finden.
Die Menschen
Der Westerwälder Menschenschlag gilt als bodenständig, was sich sogar zu einer leichten Dickköpfigkeit steigern kann.
Er lässt sich ungern von anderen etwas vorschreiben. Eine mehr oder minder liebevolle Bezeichnung der Westerwälder ist deshalb „Basaltköpp“. Das ist in gewissem Sinne auch ein besonderes Qualitätsmerkmal, gilt doch der im Hohen Westerwald häufig anzutreffende vulkanische Basalt tatsächlich als äußerst hart und widerstandsfähig. Die Starrköpfigkeit der Westerwälder musste auch schon früher der Fürst zu Wied-Runkel erfahren. In Dierdorf ließ er zwar Anfang des 18. Jahrhunderts ein schönes Schloss erbauen, doch so richtig wohl hat er sich dort nie gefühlt. Die Untertanen wollten ihm einfach nicht so recht gehorchen. So war es kein Wunder, dass das Schloss allmählich verfiel und schließlich im Jahr 1902 abgerissen wurde. Die Dierdorfer nutzten die Steine dann gleich und bauten damit einfach ihre evangelische Stadtkirche. So richtig böse kann den Westerwäldern aber keiner sein, und im Grunde sind sie ein liebenswerter und solider Menschenschlag.
