06.02.2012

Natur und Landschaft

Wer an die nordfriesische Insel denkt, der sieht vor allem Sand, Dünen und den bekannten Sandhafer vor sich. Und wer kennt sie nicht, die berühmte rosafarbene Buschrose, die einfach überall auf der Insel beheimatet ist? Tatsächlich ist vor allem die Küstenregion von diesen vier Komponenten geprägt, wobei die Dünen erst im Laufe der vergangenen Jahrhunderts als Schutzwälle vor Hochwasser und Landabtragung errichtet wurden. Sie sind heute Lebensraum und Brutstätte einiger Strandvogelarten. Auch auf dem bei Ebbe frei werdenden Watt kann man mitunter unzählbare Vogelkolonien beobachten, die hier meist nur einen Teil des Jahres verbringen. Etwas weiter draußen im Meer sind echte Seebewohner beheimatet: Seehunde, Schweinswale und sogar die selteneren Kegelrobben können bei einer Fahrt mit dem Fischkutter bestaunt werden.

Fernab der Küste
Sylt bietet mit seinen rund 99 Quadratkilometern Fläche natürlich noch weitaus mehr als Strand und Wasser. Neben den hügeligen Dünen ist es deshalb vor allem auch das flache, weite Land, das im Inneren der Insel das Erscheinungsbild prägt. Besonders häufig trifft man auf einer Sylt-Erkundung die Heidelandschaft an, ein spannender ökologischer Lebensraum für viele bedrohte (Kleinst-) Tierarten. So soll es hier allein über 600 verschiedene Schmetterlingsarten geben. Eine Wanderung auf den markierten Wegen ist daher besonders im Frühjahr und Sommer zu empfehlen, wenn Pfauenauge, Roter Fuchs und Co. ihre ersten Bahnen fliegen.

Historische Landschaften und neue Wälder
Das landschaftliche Aussehen Sylts hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder teils stark verändert.

 

Geprägt von wiederkehrendem Landschwund einerseits und hinzukommenden Sandablagerungen andererseits gibt es auf der Insel ganz unterschiedlich beschaffene Regionen, von dem berühmten Roten Kliff im Mittelteil der Insel bis hin zu besonders fruchtbarem Land rund um Sylt-Ost. Die ursprüngliche Flora und Fauna Sylts ist dabei eher karg, wurde aber im Laufe der Zeit um künstliche Anpflanzungen von Bäumen und Pflanzen angereichert. So wurden zum Beispiel in und um Westerland ganze Wäldchen angelegt, in denen heute selbst Rehwild, Füchse und Dachse beheimatet sind. Auch die sibirische Buschrose, heute fast so etwas wie das inoffizielle Wahrzeichen Sylts, wurde hier kultiviert. Das heutige liebliche Landschaftsbild der Insel ist also zum Teil auch den besonders findigen Tourismusexperten zu danken, die Sylt zu der reizvollen und abwechslungsreichen Landschaft verhalfen, für die es heute bekannt ist.