06.02.2012

Sylt

Es gibt wohl kaum einen Deutschen, der beim Stichwort Sylt nicht automatisch an unbeschwertes Urlaubsglück mit Sonne, Strand und Meer denkt – ganz gleich, ob er schon einmal dort gewesen ist oder nicht. Die größte aller nordfriesischen Inseln steht wie keine andere für gehobenen Tourismus, der raffiniert behaglichen Charme und kosmopolites Lebensgefühl zu verbinden weiß. Seit dieses Eiland vor mehreren Dekaden von den ersten betuchteren Deutschen, darunter Schauspieler und Wirtschaftsbosse, als sogenannte Sommerfrische erkoren wurde, hat es für den (europäischen) Jetset kaum an Faszination eingebüßt. Sylt, das ist die bodenständigere Variante von St. Moritz oder Davos, wo auch Prominente ihren Status für einige Momente vergessen und wie alle anderen Urlauber am Strand ihr Fischbrötchen verspeisen. Der Preisstandard ist dabei wie überall an der Nordsee gehoben, aber auch Familien mit Kindern können sich einen Aufenthalt hier abseits der teureren Orte durchaus leisten.
 
Kernig friesisch
Die Insel liegt in exponierter Lage vorm schleswig-holsteinischen Festland. Die Nähe zu Dänemark ist schon in der Namensgebung deutlich auszumachen: Sylt leitet sich vom dänischen "Sild" ab. So vermischen sich im traditionellen nordfriesischen Platt auch deutsche mit dänischen Sprachelementen. Nichtsdestotrotz, nahezu jeder Sylter spricht heute ein einwandfreies Hochdeutsch, mitunter mit nordischem Einschlag. Die oft kess klingende Aussprache der Einheimischen spiegelt sich auch in ihrem Charakter wieder: Kernig und durch nichts zu erschüttern, so zumindest das allgemeine Bild vom Sylter. Dass manch einer seine Nase höher trägt als anderswo an der See mag auch schlicht daran liegen, dass viele Inselbewohner heute eigentlich Zugezogene vom Festland sind, die ihr Geld hier mit einem schönen (Zweit-) Häuschen anlegen. Die meisten Sylter sind nämlich ausgesprochen liebenswert und gastfreundlich!

 


 
Land und Wasser
Rundum von Wasser umgeben, herrscht auf Sylt ein gemäßigtes Seeklima. Im Sommer ist es hier weniger warm, im Winter dafür milder als auf dem Festland. Schon 1927 wurde die Inselstellung Sylts aufgegeben und mit einem Damm zum Festland verbunden. Diese Maßnahme war enorm wichtig für die touristische Erschließung der Insel, denn fortan konnten Urlauber mit dem Auto und bald auch mit dem Zug anreisen. Heute fliegt der ein oder andere auch gern mit dem (Privat-) Flugzeug ein, die kostbare Zeit ist schließlich begrenzt. Mit der Gründung der kleinen, aber feinen Fluggesellschaft "Sylt Air" können auch Urlauber ohne eigenes Fluggerät direkt auf der Insel landen – gegen das nötige Kleingeld, versteht sich. Im Gegensatz zur Anreise hat sich eines aber nicht geändert: die Beliebtheit der wichtigsten Orte und Strandabschnitte. Ganz vorn fungieren Westerland, Wenningstedt und Kampen als bekannteste und beliebteste Urlaubsziele, dicht gefolgt von Keitum, List und allen anderen Orten. Ein touristisches Highlight ist außerdem der rund 40 Kilometer lange Weststrand der Insel.

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