Sehenswürdigkeiten
Die Nachbarorte Sellin und Binz sind die wohl mondänsten und attraktivsten Badeorte Rügens. Beide Seebäder besitzen historische Seebrücken. Diese wurden Anfang des vorigen Jahrhunderts erbaut, um Schiffen mit größerem Tiefgang die Landung zu erleichtern. Schon vor 1910 existierten in Binz und Sellin Seebrücken von beachtlicher Länge für die mit Schiffen ankommenden Gäste. Mit der Errichtung des Rügendamms verloren die Seebrücken ihre Bedeutung als Landungsstege und wurden von den Urlaubern genutzt, um auch an kühleren Tagen ins Meer hinein zu laufen, ohne sich nasse Füße zu holen. Heute legen an der Seebrücke von Binz wieder Fahrgastschiffe an, um Rügenurlauber zu Ausflugszielen wie dem Kap Arkona und den Königsstuhl, einen 118 Meter hohen Kreidefelsen, zu bringen oder die Stadt Sassnitz anzulaufen.
Die Seebrücke von Sellin
In Sellin wurde die erste Seebrücke 1906 errichtet. Schon diese Brücke besaß eine Ladenhalle, die von vier kleinen Türmen flankiert war. Die Selliner Seebrücke wurde im Laufe der Jahre durch Seestürme und Eis so stark zerstört, das sie mehrmals völlig neu aufgebaut werden musste. Nach einem Sturmschaden von 1924 wurden die strandnahen Aufbauten um einen Konzertpavillon und eine Konditorei erweitert. Aber auch diese Brücke wurde in den 40er Jahren zerstört und erst in den Nachkriegsjahren rekonstruiert. Nach diesem Wiederaufbau befand sich sogar ein Tanzlokal auf der Seebrücke. Doch auch sie hielt den Witterungseinflüssen nicht ewig stand. Als das Holz der Stützpfeiler die Brücke nicht mehr tragen konnte, wurde sie aus Sicherheits- und Kostengründen vorläufig ersatzlos abgerissen. Der Neuaufbau der Selliner Seebrücke begann 1992. Die Gestaltung orientierte sich an ihrem Aussehen von 1927. Wegen der vier Türmchen wirken die Aufbauten von Weitem wie ein Märchenschloss über dem Meer. Heute ist die Selliner Seebrücke die größten Seebrücke Rügens.
Die historische Wilhelmstraße in Sellin
Landeinwärts, direkt hinter der Seebrücke, befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit Sellins, eine Kurpromenade aus dem 19. Jahrhundert, die Wilhelmstraße. Ihre Existenz ist dem Fürsten zu Putbus zu verdanken, der diese zweireihige Baumallee 1898 anlegen ließ. Entlang der Wilhelmstraße befinden sich prächtige mehrstöckige Pensionshäuser, deren Balkons mit kunstvoll geschnitzten Verzierungen versehen sind und jedes einzelne Haus zu einem besonderen Kleinod werden lassen.
Der Rasende Roland
Folgt man der Wilhelmstraße weiter landeinwärts, so gelangt man über die Seeparkpromenade zur Bahnstation des Rasenden Rolands. Das ist eine historische Schmalspurbahn, die seit 1895 auf Rügen verkehrt. Die Bahn fährt noch heute mit historischen Dampfloks aus der Zeit um 1900. Der Rasende Roland bringt die Gäste von Sellin in die sehr sehenswerte, ehemalige Residenzstadt Putbus oder ins südliche Mönchgut, in dem sich ein Mühlenpark befindet, der an das alte Handwerk der Müller und Bäcker erinnert.
