06.02.2012

Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet – den "Ruhrpott" nannte ihn jahrzehntelang der Rest der Welt – war bekannt für Arbeiterschweiß, Dreck und Kohle, kaputte Landschaften und rußige Schornsteine, vielleicht noch für die legendären Fußballvereine mit den Jungs, die sich von "ganz unten" nach "oben" gekämpft hatten.
 
Vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan
Doch diese Zeiten sind endgültig vorbei. Lange schon sind die alten Zechen stillgelegt, viele der ehemaligen Industrieanlagen stehen heute unter Denkmalschutz, die Luft ist sauber, in Flüssen und Seen kann geangelt und gebadet werden und das dicht bevölkerte Gebiet ist heute wegen seiner kulturellen Vielfalt mit zahlreichen Theatern, Ausstellungen und Museen bekannt.
 
Das Ruhrgebiet innerhalb Deutschlands
Das Ruhrgebiet liegt im "mittleren Westen" Deutschlands, inmitten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Eine Stadt reiht sich an die andere, sodass die Region auf insgesamt etwa 5,3 Millionen Einwohner kommt, die sich innerhalb eines Raumes, der von Norden nach Süden 67 Kilometer breit, von Westen nach Osten 116 Kilometer lang ist, zusammendrängen.
 
Meistens sind zwischen den Städten Grüngürtel gelassen, die manchmal sogar landwirtschaftlich genutzt werden. Oft geht aber ein Ort in den anderen über, sodass der Zugreisende nur noch an den Schildern auf den Bahnsteigen, die einzelnen Städte voneinander trennen kann.

 

Die größten Städte des Ruhrgebietes sind Duisburg, Essen und Dortmund, bekannt sind außerdem noch Hagen, Gelsenkirchen, Hamm, Herne und Bottrop.
 

 

Das Land ist größtenteils flach, sieht man einmal davon ab, dass das Ruhrgebiet im Westen ins Rheinische Schiefergebirge hinausläuft. Auf der gegenüberliegenden, der französischen Seite, gehört dieses Gebirge zum Bereich der Ardennen.
 
Raue Schale, weicher Kern
Der typische "Ruhrpöttler gilt als "hart aber herzlich." Was in süddeutschen Ohren oft wie ein unfreundliches "Anblaffen" klingt, ist für den Menschen aus dem Ruhrgebiet nichts anderes als eine lebhafte Unterhaltung. Ehrlich und direkt wird ihnen in Bochum oder Hagen, Duisburg oder Essen "die Meinung" gesagt. Dabei steckt hinter der "rauen Schale" ein "weicher Kern" und das freundliche Lächeln liegt direkt hinter den hart klingenden Worten.
 
Rheinländer, Westfalen und die neuen Bewohner
Mentalitätsunterschiede gibt es auch zwischen dem Rheinländischen und dem Westfälischen. Während die Rheinländer als "Frohnaturen" gelten, die offen und redselig auf fremde Menschen zugehen, sagt man den Westfalen Behäbigkeit und eine gewisse Verstocktheit nach, aber auch Beharrlichkeit, wenn es darum geht, etwas zu erreichen. Sichtbar werden manchmal die italienischen und polnischen Einflüsse, der im 19. Jahrhundert zugewanderten Einwohner, die sich damals assimiliert haben und in der Bevölkerung aufgegangen sind. Schwieriger ist für viele die Akzeptanz der neuen Zuwanderer, der Türken. Während in den Siebziger und Achtziger Jahren viele türkische Gettos entstanden, versucht man heute, diese Struktur wieder aufzubrechen und die Gettos aufzulösen.

 

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