Natur und Landschaft
Das Fichtelgebirge in der nordöstlichen Ecke von Franken wird auch das „Dach Frankens“ genannt. Es ist ein altes Gebirge mit sehr viel Wald und den höchsten fränkischen Bergen, dies sind der Ochsenkopf (1024 m) und der Schneeberg (1051 m); bekannte und viel besuchte Aussichtsberge sind außerdem der Große Waldstein, der Große Kornberg und die Kösseine. Bereits seit dem Mittelalter wurde im Fichtelgebirge der Bergbau nach Gold, Silber und Zinn betrieben, Reste davon findet man in dem Schaubergwerk „Gleißinger Fels“ und der ehemaligen Goldmine „Schmutzlerschacht“. In vielen Steinbrüchen wurde Granit, Basalt oder Marmor abgebaut, diese aufgelassenen Steinbrüche sind heute Badeseen wie der Goldbergsee oder wertvolle Biotope mit schützenswerten Pflanzen und Tieren. Das Fichtelgebirge ist eine Wasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer, hier entspringen Weißer Main, Eger, Sächsische Saale und Fichtelnaab. Auch der Frankenwald ist – wie der Name sagt – von ausgedehnten Wäldern geprägt, nahezu die Hälfte ist von Wald bedeckt; auch hier gibt es viele Steinbrüche, die jedoch meist dem Schieferabbau (Griffel, Schiefertafeln) gedient haben. Die „grüne Krone Frankens“ ist trotz intensiver Holzwirtschaft immer noch grün mit sanften, bewaldeten Hügeln, einsamen, tief eingeschnittenen Tälern und klaren Bächen, auf denen teilweise noch Flößer unterwegs sind. Diese unberührte Landschaft beherbergt die größte Trinkwassertalsperre Bayerns, die Ködeltalsperre, und auch sehr seltene Tierarten wie Luchs oder Wildkatze kommen wieder vor. Die Rhön gilt als „Land der offenen Ferne“ mit bewaldeten Kuppen und einsamen Hochflächen, die viele Moore mit seltenen Pflanzen und Tieren aufweisen (Biosphärenreservat). Ein anderer Schatz der Rhön ist unterirdisch und tritt in den vielen bekannten Bädern als heiße und wohltuende Quelle zutage.
Das fränkische Herz
Die Fränkische Schweiz ist das Herz Frankens mit tief eingeschnittenen Tälern, an deren Hängen bizarr geformte Felsnadeln oder -wände aus Kalkstein aufragen; typisch für diese Region sind auch Trockentäler mit Wacholderbüschen und nur zeitweise wasserführenden Bächen, sogenannte Hungerquellen. Auf der Hochfläche findet man oft Dolinen, die auf unterirdische Hohlräume hinweisen. Diese Höhlen sind ein weiteres Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz, sie enthalten riesige Tropfsteine, unterirdische Seen und Funde von Tierknochen oder Werkzeuge von den früheren Bewohnern, den steinzeitlichen Höhlenmenschen. Bäche und Flüsse in der Fränkischen Schweiz sind zum größten Teil noch unverbaut und können natürlich mäandrieren; durch die sehr gute Wasserqualität fühlt sich die Forelle hier sehr wohl, auch der Biber wurde wieder gesichtet.
Der warme Süden
Im südlichen und westlichen Franken dominiert gegenüber dem waldreichen Norden eher das Wasser mit Seen (Brombachsee, Altmühlsee, Rothsee) und Flüssen sowie der künstlichen Wasserstraße des Rhein-Main-Donau-Kanals. Die fränkische Seenlandschaft kann an Größe mit den oberbayerischen Seen durchaus mithalten. Die Wasserflächen sind eingebettet in Wiesen, Felder und lichte Kiefernwälder mit Ginsterbüschen, eine Vegetation, die den eher kargen Sandböden dieses Gebietes entspricht; durch das günstige Klima gedeihen hier aber auch Sonderkulturen wie Hopfen oder Tabak. In den Schilfzonen der Seen brüten viele Wasservögel, die dann teilweise entlang des Kanals weiter zum Aischgrund und zum Main ziehen. Der Main ist der eigentliche Fluss der Franken, seine Landschaft wird geprägt durch unzählige Weinberge, die aufgrund des speziellen Kleinklimas hervorragende Weine liefern. In der Auenlandschaft des Mains leben in den Altarmen und Baggerseen noch so seltene Vogelarten wie der Eisvogel.
