06.02.2012

Kunst und Kultur

Wie es früher war im Chiemgau, zeigen zahlreiche interessante Museen. Sie sind ein Beleg für die reichhaltige und wechselvolle Geschichte dieses Landstrichs. In Siegsdorf – südlich des Chiemsees – vermittelt das Südostbayerische Naturkunde- und Mammut-Museum einen Überblick über rund 250 Millionen Jahre Entwicklung der Landschaft und Natur. Neben Geologie sind die Schauobjekte zu Steinzeit, Bärenhöhle sowie viele Versteinerungen auch für Kinder interessant. Von hier ist es auch nicht weit nach Ruhpolding, wo Sie eine alte Glockenschmiede finden, die bis 1958 noch in Betrieb war. Es gibt spannende Vorführungen und Filme über diese Handwerkskunst zu sehen.
Im Bayerischen Moor- und Torfmuseum Rottau erfahren Sie alles über Moore und den Torfabbau anno dazumal. Das „ländliche Industriedenkmal“ liegt mitten in einer alten Hochmoorlandschaft, wie es sie in Deutschland nur noch äußerst selten gibt. Erleben Sie mit, wie hier jahrhundertelang Torf gestochen wurde.

 

Ein Museum der nahrhafteren Sorte ist das Brauereimuseum in Traunstein. Regelmäßig gibt’s hier eine Einführung in die speziellen Geheimnisse uralter bayerischer Braukunst. Am Ende wird das frische Bier natürlich auch verköstigt.

Bayerisches Brauchtum
Das traditionelle Brauchtum wird im Chiemgau so wie überall in Bayern besonders groß geschrieben. Beispiele sind die Gautrachtenfeste, die besondere Höhepunkte im Trachtenjahr sind. Alljährlich erinnern Pferdeumritte an die wichtige Rolle, die Pferde jahrhundertelang für den Menschen spielten. So gibt es in Übersee und Grassau regelmäßig die Leonhardi-Ritte. Die Pferde sind prächtig herausgeputzt und locken Scharen von Besuchern an. Und auch das beliebte Aufstellen der Maibäume ist in Bayern noch ein kulturelles Ereignis. Die Bäume werden hier noch mit Manneskraft aufgestellt. Meist ist damit gleichzeitig ein großes Dorffest mit bayerischer Blasmusik und reichlich Biergenuss verbunden.