Sehenswürdigkeiten
Das Land Brandenburg ist sowohl in seiner Hauptstadt Potsdam und den weiteren Großstädten als auch in den ländlichen Regionen reich an Sehenswürdigkeiten.
Neuruppin
Die Schönheiten des Landes beschrieb bereits Theodor Fontane in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg". Der berühmte deutsche Schriftsteller wurde in Neuruppin, einer herrlich am Ruppiner See gelegenen Kleinstadt geboren. Ein weiterer bekannter Sohn der Stadt ist der Architekt Karl Friedrich Schinkel, dessen Denkmal den Platz hinter der Pfarrkirche ziert. Schinkel erbaute unter anderem Schloss Babelsberg, Schloss Charlottenburg und die Nikolaikirche von Potsdam, sowie das Alte Museum, die Schlossbrücke und das Konzerthaus in Berlin. Neuruppin trägt mittlerweile auch offiziell den Namen Fontanestadt. Der Weg durch die Straßen der Stadt führt vorbei am Fontane Denkmal und Geburtshaus zum Erinnerungshain, dem Friedhof auf dem die Mutter und Schwester Fontanes ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.
Unweit von Neuruppin liegen auch die Gedenkstätten der Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen, welche an die schreckliche Zeit und die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern.
Oranienburg
Die Stadt Oranienburg bietet mit dem gleichnamigen Schloss, welches Residenz von Luise Henriette von Nassau-Oranien – der Ehefrau des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm – war, einen prächtigen Barockbau nach niederländischem Vorbild. Vor allem der Schlosspark und die Orangerie sind einen Besuch wert. Im Museum können Kunstgegenstände, Bilder und vor allem Pozellan aus der Blütezeit des Schlosses bewundert werden. Auch das Denkmal der Kurfürstin aus Bronze ist einen Besuch wert.
Brandenburg an der Havel
In Brandenburg an der Havel westlich von Berlin ist es vor allem der Böhmische Altar aus dem 14. Jahrhundert, welcher sich im Dom St. Peter und Paul befindet, der eine Reise in die Stadt lohnt. Im Museum am Dom kann sich der interessierte Besucher außerdem zahlreiche weitere sakrale Kunstschätze wie etwa die Gründungsurkunde des Bistums, das Perikopenbuch "Brandenburger Evangelistar" und ein Hungertuch mit der Darstellung von 26 biblischen Szenen ansehen.
Das "nOSTalgiemuseum" in der Stadt bietet dem Besucher einen Einblick in die "gute, alte Zeit" der DDR, allerdings nicht ohne dieselbe auch kritisch zu hinterfragen. Im Stadtmuseum kann der Urlauber eine nette und interessante Spielzeugausstellung, vor allem der Hersteller Lehmann und Lineol bewundern.
Branitz bei Cottbus
Am Stadtrand von Cottbus im Südosten Brandenburgs befindet sich Schloss Branitz und der Park des Fürsten Pückler-Muskau. Der prächtige Landschaftspark, welcher um einen See angelegt wurde, ist Werk des berühmten Gartenkünstlers Lenné. Besonders stechen dem Besucher des Parks die beiden Erdpyramiden am See hervor, in welchen sich die Gebeine von Fürst Pückler und seiner Ehefrau befinden. Das fürstliche Schloss erbaute Gottfried Semper, der auch die Dresdener Oper plante. Der Fürst selbst erfand übrigens die so beliebte Eissorte.

Frankfurt an der Oder
In Frankfurt an der Oder ist vor allen Dingen die Europa-Universität Viadrina einen Besuch wert. Diese wurde zwar schon 1506 gegründet, ist aber erst 1991 nach der Wende wiedereröffnet worden. Da die Stadt direkt an der Grenze zu Polen liegt, studieren dort auch zahllose junge Leute aus dem Nachbarland. Besonders das zur Universität gehörende Museum gewährt Einblick in den Alltag der Studenten in vergangenen Zeiten. Jedoch kann der Besucher in einem angrenzenden Bereich auch moderne Arbeiten junger Kunstschaffender betrachten.
Berühmtester Sohn von Frankfurt an der Oder ist übrigens Heinrich von Kleist. Das Kleist-Forum zeigt das ganze Jahr Aufführungen seiner Stücke und Lesungen seiner Werke. Außerdem befinden sich in der Kleist-Gedenk- und Forschungsstätte über 600 ausgestellte Dokumente, die eine Betrachtung lohnen.
Potsdam
Die Stadt mit den meisten Sehenswürdigkeiten in ganz Brandenburg ist selbstverständlich die Hauptstadt Potsdam. Ihr besonderes Highlight ist der Schlosspark und das Schloss Sanssouci, das seit 1990 offiziell zum Weltkulturerbe zählt.
Der 287 Hektar große Park gehört zu den schönsten Gartenanlagen Europas. Der Lustgarten grenzt direkt an die Orangerie, einem Palast aus dem 19. Jahrhundert, welcher damals im Stil der Neorenaissance als Gästeresidenz entstand. Mit ihren Kolonnaden, Loggien und Triumphbögen erinnert die Orangerie an die Villa Medici in Florenz.
Die Römischen Bäder des Architekten Schinkel mit ihren Pavillons am See inmitten des Parks und das Chinesische Teehaus mit dem vergoldeten Pavilliondach und der Porzellansammlung gehören ebenso zu den berühmten Sehenswürdigkeiten des Parks Sanssouci wie die Friedenskirche, welche nach dem Vorbild einer römischen Basilika erbaut wurde. Ältestes und berühmtestes Gebäude der Anlage ist das eigentliche Schloss Sanssouci, welches der Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff für Friedrich II schuf; es erhebt sich über einem terrassenförmig angelegten Weinberg. Jedes der Zimmer im Schloss ist ein Prunkstück an sich. Der Besucher kann während des Rundgangs auch den "Damenflügel" und sogar die Küche des Schlosses besichtigen. Auch Schloss Babelsberg, das Neue Palais sowie Schloss Charlottenhof sind großartige Bauten, deren Besuch absolut lohnenswert ist.
Auch die anderen Sehenswürdigkeiten Potsdams sollen erwähnt werden, beispielsweise das Schloss Cecilienhof, in welchem die Potsdamer Konferenz nach dem Zweiten Weltkrieg stattfand. Auch die Nikolaikirche – entworfen von Schinkel – oder das niederländische Viertel, in welchem ab dem 18. Jahrhundert niederländische protestantische Arbeiter eine neue Heimat fanden, sind einen Besuch wert. Zuletzt darf auch das russische Viertel Alexandrowska, dessen Blockhäuser geradezu malerisch anmuten, nicht unerwähnt bleiben.
