Sehenswürdigkeiten
Aus der Geschichte Binz’
Bereits der Fürst zu Putbus ließ um 1830 für seine Gäste in der Nähe des damaligen Fischerdorfs Badebrücken bauen, von denen aus sie mit – die Keuschheit wahrenden – Badekarren die Freuden eines Bades genießen konnten. 1846 war das Jagdschloss Granitz südlich von Binz fertiggestellt; in den folgenden Jahren begann der Ort, vermehrt Gäste anzuziehen. 1884 wurde Binz zum Badeort erklärt, zwei Jahre darauf besuchten bereits 1.000 Gäste den Ort. Kurhaus und Strandpromenade folgten und wurden nach mehreren Bränden jeweils moderner wieder errichtet. Die Seebrücke von 1902 hatte eine Länge von 600 Metern! Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden nahezu sämtliche Binzer Hotels und Pensionen in der "Aktion Rose" enteignet; der sogenannte Freie Deutsche Gewerkschaftsbund "übernahm" das Bad und gestaltete es zu einem sozialistischen Badeort um.
Binz gestern und heute
Nördlich des historischen Ortskerns wurde, um der herrschenden Wohnungsknappheit zu begegnen, eine Plattenbausiedlung errichtet die noch heute den Gesamteindruck von Binz beeinträchtigt. Die Episode des Arbeiterseebades – immerhin hinterließ sie ein architektonisch bemerkenswertes Gebäude für die Rettungsschwimmer am Strand – nahm mit der Wende ein Ende; die enteigneten Häuser wurden rückübertragen und modernisiert. Dies schloss auch eine Sanierung der Infrastruktur mit ein, wobei ein dem historischen Bädercharakter gemäßes Äußeres angestrebt wurde. 1994 konnte die neue Seebrücke eingeweiht werden, die mit ihren 370 Metern Länge zu einem Symbol für das neue Binz werden sollte. Heute ist Binz trotz seiner lediglich 5.500 Einwohner das größte Seebad Rügens. Zahlreiche Hotels und Pensionen verschiedener Größe und Spezialisierungen bieten solide bis exklusive Übernachtungen, landestypische bis exotische Küche für jeden Geldbeutel und ein umfangreiches Rahmenprogramm an.
Gerade die durchdachten Erholungs- und Spa-Pakete verschiedener Anbieter, gern auf Basis des Weißen Goldes der Insel, der Kreide, machen schon aus einem kurzen Aufenthalt einen erholsamen Urlaub. Der Wunsch, wiederzukommen, entsteht dabei fast automatisch.
Nicht nur im Sommer eine gute Entscheidung
Ein wirklicher Geheimtipp ist Binz in der Nachsaison. Dann sind die Strände leer, die weniger zahlreich erscheinenden Urlauber sind entspannt, und der sommerliche Trubel ist verebbt. Abendliche Spaziergänge am Meer oder sturmgepeitschte Spätherbsttage wird niemand so schnell vergessen, und anschließende Entspannung in der Therme oder der Spa-Abteilung des eigenen Hotels sind gewiss. Wer jedoch Binz zu Weihnachten oder Silvester besuchen will – was unbedingt empfehlenswert ist – sollte frühzeitig reservieren und nicht unbedingt am letzten Ferientag abreisen wollen, denn dann ist selbst die großzügig ausgelegte Rügendammbrücke an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt. Zu den Feiertagen bieten praktisch alle Hotels und Pensionen Paketangebote an, die zu einem vergleichsweise günstigen Preis kaum einen Wunsch offen lassen.
