08.02.2012

Kunst und Kultur

Berlin
Berlins Kunst- und Kulturszene ist auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung stark geprägt von der jahrelangen Teilung, wobei sich dies im Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen und auch in der Kunstszene eher positiv auswirkt. So hat die Stadt wichtige Institutionen doppelt, wie beispielsweise Theater oder den Tierpark. Während im Westteil der Zoologische Garten als einer der artenreichsten der Welt zählt, lädt im Osten der Tierpark mit weiten Parkanlagen zum Familienspaziergang ein. Viele Symbole der Teilung prägen heute das Stadtbild. So hat in den Jahren des Kalten Krieges ein mittlerweile legendärer Bürger ein winziges Häuschen direkt an der Mauer gebaut, um die Luft beider Teile zu riechen. Das kleine Haus im heutigen Stadtteil Kreuzberg ist mittlerweile touristischer Anziehungspunkt.

Der Berliner Spirit gewinnt immer mehr Fans und spiegelt sich schon seit Jahren
in kulturellen Berühmtheiten wie dem "Hauptmann von Köpenick" oder der berüchtigten Berliner Schnauze wieder. Auch Ohrwürmer erzählen Geschichten von der Stadt an der Spree, die über mehr Brücken und Kanäle verfügt als beispielsweise Amsterdam. Die gut riechende Berliner Luft wurde ebenso besungen wie die langen Kreuzberger Nächte.

Potsdam
Die Stadt der Schlösser Potsdam genießt ihren Status seit vielen Jahrhunderten als ehemalige Hauptstadt Preußens. Das alljährliche Konzertereignis "Potsdamer Schlössernacht" unterstreicht den guten Ruf und ist bereits
ein Jahr im Voraus komplett ausgebucht. Geprägt wurde Potsdams Kultur vor allem durch einen, den Großen Friedrich.

 

Berühmt wurde der absolutistische Herrscher durch seinen Ausspruch "Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden!" So sind auch seine sexuellen Vorlieben  umstritten. Friedrich war ein König seines Volkes. Den Holländern,
die er als Gastarbeiter anheuerte, baute er ein eigenes Stadtviertel mit typischen Fachwerkhäusern, denn er wollte sie nicht ohne ihre geliebten Holzpantoffeln und die gewohnte Umgebung in der Ferne leben lassen. Das Holländerviertel ist bis heute Anziehungspunkt vieler Urlauber. Seinen russischen Musikanten gönnte er ebenfalls eine eigene Siedlung, die mit etwa 24 charakteristischen Häusern ebenfalls bis heute existiert. Die Chormitglieder spielten seiner Meinung nach melancholischer, wenn sie an Heimweh litten. Indem er ihnen ein Stück Heimat gab, tat er sich selbst auch etwas Gutes.